Tag 2 : Dein Einkommen – was deine Arbeit wert ist und wie du dein Einkommen erhöhen kannst

Dein Einkommen bestimmt, wie viel du investieren kannst. Und das, was du investierst, hat auf lange Sicht gesehen riesige Auswirkungen auf dein zukünftiges Vermögen. Allerdings: Frauen verdienen weniger als Männer. Frauen arbeiten eher in schlechter bezahlten Branchen und Bereichen. Weniger Frauen belegen Führungspositionen, und nach wie vor bekommen Frauen bei gleicher Qualifikation weniger Geld als ihre Kollegen. All das wird unter dem Begriff Gender Pay Gap zusammengefasst. In Europa verdienen Frauen im Schnitt etwa 15 Prozent weniger als Männer. Dieser Einkommensunterschied zeigt sich jeden Monat am Kontostand, er hat aber auch langfristige Auswirkungen: Wer ein niedriges Einkommen hat, zahlt auch weniger in die staatliche Rentenversicherung oder in die private Altersvorsorge, hat weniger Eigenkapital für Immobilien, Aktien oder die Gründung eines eigenen Unternehmens. Auch Elternzeit wirkt sich direkt auf das Einkommen von Frauen und damit ihr Vermögen aus. Hinzu kommt: Frauen leben im Schnitt länger als Männer – und brauchen deshalb auch mehr Geld, um bis an ihr Lebensende finanziell bequem versorgt zu sein.

Kleinvieh macht … reich

Es lohnt sich, auch über kleinere Beträge nachzudenken, weil sie das Zeug dazu haben, zu größeren heranzuwachsen. Zum Beispiel die 300 Euro, die du monatlich weniger verdienst als dein Kollege. „300 Euro im Monat, das ist nicht die Welt“, denkst du vielleicht. Doch wenn du es aufs Jahr bezogen betrachtest, sieht die Sache schon anders aus. 300 Euro mal zwölf sind immerhin schon 3.600 Euro – und was könnte aus diesen 3.600 Euro werden, wenn sie, sinnvoll angelegt, irgendwo für dich arbeiten würden? Gewöhne dir an, Beträge auf ein Jahr zu beziehen. Oder sogar ein Jahrzehnt: Dann wären aus den 300 Euro schon 36.000 Euro geworden – Zins und Zinseszins noch nicht mitgerechnet. Eine stolze Summe.

Du bist dein Geld wert!

Ein weiterer Faktor ist deine Haltung zu deinen eigenen Fähigkeiten. Viele Frauen verkaufen sich unter Wert. Informiere dich, was branchenüblich ist. Und dann arbeite an deinem Selbstbewusstsein. Du bittest nicht um einen Gefallen, sondern hast ein Recht auf ein faires Entgelt. 

Vielen Frauen fällt es wirklich schwer, selbstbewusst ihre Gehaltsforderungen oder Honorarangebote vorzubringen. Wenn das auf dich zutrifft, darfst du ab jetzt regelmäßig daran arbeiten. Mach dich schlau – vor allem aber arbeite an einem guten Money Mindset: Du hast ein Recht auf angemessene Bezahlung. Du verdienst es, im wahrsten Sinne des Wortes!

Eine Gehaltsverhandlung ist eine wunderbare Gelegenheit, deine Vorstellungen einmal auf den Tisch zu bringen. Und dann guckst du, was passiert. Im schlimmsten Fall bleibt alles beim Alten. Doch mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit kommt ihr zu einer Einigung. Vielleicht machen deine Vorgesetzten auch ein gutes Gegenangebot.

Bereite dich gut auf deine Gehaltsverhandlung vor. Leg dir die Fakten zurecht und überlege, wie weit du bei möglichen Gegenvorschlägen mitgehen willst. Mindestens ebenso wichtig: Gehe mit einem guten Money Mindset ins Gespräch. Du bist bestimmt gut darin, was du machst, du hängst dich rein, steckst Lebenszeit in deine Ausbildung und Karriere – und deshalb bist du es absolut wert, gut bezahlt zu werden! Viel Erfolg!