Tag 4 : Gefühle und Geld, Teil 2

In den ersten drei Teilen dieses Kurses hast du viel über deine Vergangenheit und deine eigene Entwicklung zum Thema Geld nachgedacht. Damit hast du schon viel erreicht! Vielleicht fällt es dir überraschend schwer. Aber die Auseinandersetzung und die Konfrontation mit schwierigen Emotionen zeigen, dass du bereit bist, etwas zu verändern. Es ist nie zu spät für eine reiche Vergangenheit! Du kannst deine Geschichte umschreiben und dich zu der Person machen, die du sein willst. Wenn du dich deinen Emotionen stellst, hast du den Schlüssel zur Veränderung. Du kannst die alten Muster auflösen und neue etablieren, mit denen du künftig bewusst wählen kannst, welche Überzeugungen und Gefühle du in Geldangelegenheiten haben willst. 

Gefühle und Emotionen

Die Begriffe Gefühle und Emotionen werden oft gleichbedeutend verwendet oder vermischt. Tatsächlich gibt es einige Unterschiede:

  • Emotionen: unbewusst

Emotionen sind tief verankerte, unmittelbar einsetzende Empfindungen, auf die wir wenig Einfluss haben. In der Regel werden diese sechs Emotionen unterschieden: Angst, Freude, Wut, Ekel, Traurigkeit und Überraschung. Emotionen entstehen in einem entwicklungsgeschichtlich uralten Teil des Gehirns. Sie sind also gewissermaßen ein Erbe der Evolution. Emotionen verlaufen unbewusst. 

  • Gefühle: bewusst

Gefühle entstehen in einem anderen, jüngeren Teil des Gehirns. Vereinfacht gesagt entstehen sie, indem Emotionen durch einen kognitiven Filter laufen und eine individuelle Bewertung erfahren. Sie sind bewusst und deshalb auch wesentlich besser durch Gedanken zu steuern. Das ist auch daran erkennbar, dass sich selbst starke Gefühle mit der Zeit verändern können.

Was fühlst du?

Versuche, deine Emotionen und Gefühle so genau wie möglich zu bestimmen. Hier gibt es eine Reihe von Vorschlägen, die dir dabei behilflich sein können: 

  • Du kannst das „Rad der Emotionen“ zu Hilfe nehmen, in dem systematisch dargestellt ist, welche Gefühle aus welchen Emotionen entstehen können. Du findest es zum Beispiel hier: https://magazin.sofatutor.com/wp-content/uploads/sites/3/2016/11/Aufsatzrad-zu-Gefuehlen.jpg (Quelle: sofatutor.com) oder über eine Suche nach „Rad der Emotionen“ oder „Rad der Gefühle“.
  • Wenn du Spaß am Schreiben hast, kannst du ein Geld-Tagebuch starten. Schreibe täglich etwas zu deinen neuen Erfahrungen mit Geld. Oder verwende Schreibimpulse zum Thema. Zum Beispiel:

o  Vervollständige 20 Mal den folgenden Satz: „Je mehr Geld ich habe, desto …“

o  „Meine Gefühle, wenn ich Geld gespart habe …“ – 10 Cent, einen Euro, 50 Euro, 100 Euro, 1.000 Euro, 10.000 Euro. Schreibe zu jedem Betrag mindestens einen Absatz. 

o  „Wenn mein Geld für mich arbeitet, dann macht es … “. Schreibe eine Seite dazu, was dir einfällt – und wie es sich anfühlt.   

o  „Der größte Geldbetrag, den ich jemals ausgegeben habe, war …“ Vervollständige den Satz und schreibe eine Seite dazu, wie sich das angefühlt hat.

o  Welche Bedeutung hat deine finanzielle Vergangenheit heute? Wenn du über deinen finanziellen Hintergrund redest: Welche Geschichte erzählst du? Schreibe sie auf. Und dann schreibe sie um!

Im Internet gibt es viele weitere gute Schreibanregungen, allerdings meist auf Englisch, unter den Stichworten „Money Writing Prompts“. 

  • Hast du Spaß am Meditieren? Im Internet findest du unter dem Stichwort „Geldmeditation“ gezielte Übungen, die dir helfen können, deine Emotionen und Gefühle hinter dem Geld zu verstehen.
  • Noch einmal zurück zu deiner Kindheit: Was wurde dir konkret über Geld beigebracht? Welche Glaubenssätze hast du zu den Themen Sparen, Investieren, Schulden, Geldverdienen? Wer hat dir als Kind beigebracht, wie man mit Geld umgeht? Und würdest du es bei deinen eigenen Kindern genauso machen oder machst du es so, wenn du Kinder hast? Wenn nein, warum nicht?
  • Wer ist dein Vorbild, wenn es um Geld und Investitionen geht?