Was ist eigentlich… ein ETF?

VERÖFFENTLICHT AM Montag, 26 Juli 2021

Exchange Traded Funds, ETFs, sind, erstmal einfach nur übersetzt: Börsengehandelte Fonds, die sich ganz eng an einem Index orientieren. Man sagt auch: Sie bilden den Verlauf des Index’ ab – sie spiegeln ihn eins zu eins. Also: ETFs sind Fonds (Geldtöpfe…), die (genau wie Aktien) an der Börse gehandelt werden und genau denselben Wertverlauf haben, wie der Index, den sie abbilden. Einer dieser Indices könnte beispielsweise der DAX sein, also die aktuell 30 wichtigsten an der Börse gehandelten Unternehmen in Deutschland.

Mit einem ETF auf einen Aktienindex kannst du also ziemlich unkompliziert an der Wertentwicklung des zugrundeliegenden Index teilhaben. Es gibt aber auch andere Indizes, die zum Beispiel Rohstoffpreise, Anleihen oder einen Teil des Immobilienmarktes abbilden.

Wie geht das? 

Während bei Fonds ein aktives Management die einzelnen Wertpapiere für das Fondsportfolio auswählt, bilden ETFs die Wertentwicklung eines Börsenbarometers im Verhältnis eins zu eins ab. Gewinnt (verliert) zum Beispiel der deutsche Aktienindex DAX zwei Prozent, gewinnt (verliert) auch ein ETF auf den DAX zwei Prozent.

 Die meisten ETFs bauen den Index, den sie abbilden, einfach nach. Im Gegensatz zu aktiv verwalteten Fonds sind sie dadurch sehr viel günstiger in der Handhabung. Wer Anteile an einem klassischen Aktienfonds kauft, bezahlt nämlich immer auch den Fondsmanager, also denjenigen Fachmenschen, der recherchiert und analysiert und in jedem Einzelfall entscheidet, welche Papiere der Fonds kauft und welche nicht. Die Verwaltung eines ETFs ist dagegen günstig – du zahlst als Investorin relativ niedrige Gebühren: Klassische Investmentfonds kosten häufig beim Kauf einen Ausgabeaufschlag von 3-5 Prozent des investierten Vermögens als Gebühr und zusätzlich jährlich 2-3 Prozent Verwaltungsgebühr. Die jährlichen Kosten von ETFs liegen meist zwischen 0,05 und 0,5 Prozent. Einen Ausgabeaufschlag gibt es nicht.

Ein großer Vorteil von ETFs sind also die niedrigen Gebühren. Zudem schneiden aktiv verwaltete Aktienfonds meist schlechter ab als vergleichbare ETFs. Eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien hat in den vergangenen Jahren alle Facetten, Ecken und Kanten der Fragestellung beleuchtet, ob und wie gut es einem Fachmenschen gelingen kann, den Markt zu schlagen. Will sagen: Gelingt es einem brillanten Fondsmanager, stets so kluge und visionäre Anlageentscheidungen zu treffen, dass sein Fonds besser ist als die durchschnittliche Marktentwicklung im selben Zeitraum?

Unter dem Strich schaffen es nur sehr wenige Fondsmanager, über mehrere Jahre die Performance des Vergleichsindex zu schlagen.

Aus all’ diesen Gründen eignen sich ETFs besonders gut, um langfristig, beispielsweise fürs Alter, zu sparen. Im Rahmen eines sogenannten ETF-Sparplans zahlst du monatlich Geld ein, das in einen oder mehrere ETFs investiert wird.

Abbildungsarten

Wie bilden ETFs ihre zugrundeliegenden Indizes nun eigentlich ab?

ETFs, die man physisch replizierend nennt, kaufen einfach alle Werte, die den Index, dessen Wertverlauf sie spiegeln wollen, bilden – also zum Beispiel alle 30 Aktien aus dem DAX. Die 30 Aktien liegen daraufhin – bildlich gesprochen, um es ein bisschen anschaulicher zu erklären – in einem gemeinsamen Geldtopf, dem ETF. Kaufst du diesen ETF auf den DAX, gehört dir ein kleines Stück des Geldtopfes. Er nimmt genau denselben Wertverlauf wie der DAX – also wie die 30 Aktien der Unternehmen, die den DAX zusammensetzen.

Daneben gibt es sogenannte synthetisch replizierender ETFs. Sie kaufen die Aktien des Index nicht direkt, sondern spiegeln seine Wertentwicklung über Derivate ab. Das Wort Derivat stammt vom lateinischen Verb derivare, was ableiten heißt. Ein Derivat ist also ein abgeleitetes Finanzprodukte.

Klingt kompliziert? Finden wir auch.

Zum Glück kann man das ziemlich einfach erklären: Stell dir ein Derivat als einen Vertrag zwischen zwei Leuten, den beiden Vertragspartnern, vor. In diesem Vertrag steht, dass der eine der beiden dem anderen der beiden eine bestimmte Ware für einen bestimmten Preis zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft verkaufen wird. Beispiel: Person A wird Person B eine Aktie der Firma “Beste Female-Finance-App der Welt” für 333 Euro verkaufen – und zwar haargenau heute in drei Monaten. Darauf einigen sich Person A und Person B heute, indem sie den Vertrag unterschreiben.

Die dritte Form der Index-Nachbildung heißt Sampling. Hierbei bildet der ETF den Index zwar physisch nach, investiert aber nicht in alle dem Index zugrunde liegenden Papiere. Sampling machen meist ETF-Anbieter, die mit ihrem ETF einen Index abbilden wollen, in dem jede Menge einzelne Titel – also beispielsweise ziemlich viele verschiedene Aktien – stecken. So umfasst der Index MSCI World mehr als 1600 Aktien! Wollte man die alle kaufen, würde das eine Menge Zeit und Verwaltungsaufwand kosten. Darum würde ein ETF, der den MSCI World abbilden will und Sampling betreibt, die größten und/ oder wichtigstens Werte auswählen, die den Verlauf des Index am meisten bestimmen.

Ertragsverwendung

Ein letzter Punkt, den du bedenken solltest: Es gibt thesaurierende und ausschüttende ETFs – bedeutet: Bei thesaurierenden Fonds werden Dividenden und Zinsen automatisch wieder in den Fonds gepackt und angelegt; der Wert deiner Fondsanteile erhöht sich. Kaufst du hingegen ein ausschüttendes Produkt, bekommst du die Erträge ausgezahlt. Willst du den Zinseszinseffekt nutzen, solltest du einen thesaurierenden ETF kaufen.

Noch mehr nützliches Wissen zu den Themen sinnvolle Geldanlagen, sichere Investments, Zinsen und Risikostreuung findest du auch in diesem Blogpost.

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