Fonds ist nicht gleich Fonds

VERÖFFENTLICHT AM Montag, 26 Juli 2021

Das Geld in einem Aktienfonds wird überwiegend in Aktien, also in Anteile an verschiedenen Unternehmen (Aktiengesellschaften) investiert. Mit einem Aktienfonds investierst du dein Geld nicht in eine einzelne, sondern in unterschiedliche Aktien. Viele Fonds setzen sich aus 50 Aktien und mehr zusammen.

Aktienfonds haben oft einen „inhaltlichen“ Schwerpunkt. Sie fokussieren sich zum Beispiel auf Aktien von Unternehmen aus einer bestimmten Region (Europa, USA, oder auf Entwicklungs- und Schwellenländer) oder einer bestimmten Branche, wie beispielsweise Biotechnologie oder Maschinenbau.

Kaufst du Anteile an einem Aktienfonds, kannst du einerseits von den  Kurssteigerungen der einzelnen Aktien, sowie andererseits von den Dividenden, die die Aktiengesellschaft an ihre Aktionäre ausschütten, profitieren. Der Kurs der im Fonds enthaltenen Aktien bestimmt den Wert des Aktienfonds – er schwankt also, unter Umständen sogar stark! Vorteil: Weil der Fonds in verschiedene Aktien investiert, kann der Wertverlust der einen durch positive Entwicklung anderer Aktien ausgeglichen werden.

Ein Rentenfonds investiert in verzinsliche Wertpapiere wie Staatsanleihen oder Anleihen von Unternehmen. Diese Emittenten (also die Unternehmen und Staaten) begeben Anleihen, um sich Geld zu leihen, beispielsweise um neue Investitionen zu bezahlen. Wer ihnen die Wertpapier abkauft, erhält im Gegenzug für das Darlehen Zinsen – und zwar regelmäßig. Diese regelmäßigen Zinszahlungen sind auch der Grund, weshalb man die Papiere „Renten“ nennt.

Je nach Anlagestrategie fokussiert sich ein Fonds, der Renten kauft, beispielsweise auf ein bestimmtes Land oder Region, eine Währung oder auch eine Laufzeit. Neben „normalen“ Rentenfonds gibt es sogenannte Rentenlaufzeitfonds, die eine vorher festgelegte Laufzeit haben, meist irgendwas zwischen fünf und sieben Jahren.

Als Geldmarkt bezeichnet man denjenigen Teil der Finanzmärkte, auf dem die Nachfrage nach Geld und das Angebot an Geld zusammentreffen. Banken, Unternehmen und Staaten leihen sich dort kurzfristig Geld – oder stellen eben dieses zur Verfügung. Auf Geldmärkten wird also vor allem mit kurzfristigen Wertpapieren wie Tagesgeld, Monatsgeld und Dreimonatsgeld gehandelt. Geldmarktfonds investieren genau hier. Sie kaufen verzinsliche Wertpapiere mit kurzer Restlaufzeit an und – genau: bekommen dafür Zinsen. Das Prinzip ist also dasselbe wie wenn du dir von deiner Bank Geld leihst und dafür Zinsen zahlst. Nur eben andersherum: Der Fonds hat die Rolle der Bank – und der Staat oder das große Unternehmen deine. Eben diese Zinsen ergeben dann die Erträge des Geldmarktfonds. Sie eigenen sich für dich als Investorin allerdings vor allem, wenn du Geld sehr kurzfristig beiseite Legen und parken möchtest. Die Zinsen in diesem Bereich sind nämlich im Moment… quasi Null.

Ein offener Immobilienfonds kauft mit dem Geld seiner Anleger verschiedene Immobilien. Er investiert beispielsweise in Wohn- oder Bürogebäude, Hotels und Einkaufszentren oder Logistikimmobilien. Im Gegenzug erhält der Fonds Mieterträge und profitiert von der Wertsteigerung der gehaltenen Immobilien.

Mit einem Rohstofffonds kannst du an den Entwicklungen der internationalen Rohstoffmärkte teilhaben. Ziemlich praktisch, denn super viele wichtige Rohstoffe könntest du selbst gar nicht handeln – das hat entweder rechtliche oder logistische Gründe. Auch ein Rohstofffonds kann das oft nicht direkt und investiert daher in der Regel in Derivate.

Derivate sind Finanzprodukte, deren Preise von einem sogenannten Basiswert abgeleitet werden. Dieser Basiswert kann beispielsweise die Aktie eines bestimmten Unternehmens sein oder die bestimmte Menge eines Rohstoffes – also eine Tonne Rohöl oder ein Goldbarren.

Das Derivat kannst du dir als Vertrag vorstellen, den Käufer und Verkäufer miteinander schließen. In diesem Vertrag steht (stark vereinfacht), dass der Verkäufer dem Käufer die Tonne Rohöl zu einem späteren, aber jetzt schon genau festgelegten Zeitpunkt, in der Zukunft liefern wird – beispielsweise in drei Monaten. Der Preis, den der Käufer dem Verkäufer dafür bezahlt, wird jetzt schon im Vertrag festgeschrieben.

Rohstoffpreise entwickeln sich häufig weitgehend unabhängig von Anlageformen wie Aktien und Anleihen – das macht es leichter, Risiko breiter zu streuen. Allerdings sind viele Rohstoffmärkte ziemlich klein, weshalb sich eine geänderte Angebots- oder Nachfragesituation schnell auf die Preise auswirken kann. Die Folge sind große Preisschwankungen – auch für den Fonds und seine Anteile. Zudem hängt die Preisentwicklung auf Rohstoffmärkte oft unmittelbar an der internationalen (politischen) Lage.

Last but not least: Mischfonds investieren in mehrere verschiedene Anlageklassen, wie Aktien, Anleihen, Geldmarktinstrumente, Währungen oder Rohstoffe. Je nach Zusammensetzung und Gewichtung der Anlageklassen kann ein Fondsmanager Erträge über ganz unterschiedliche Märkte hinweg einsammeln – und gegensteuern, wenn eine Anlageklasse schlecht läuft. Fallen die Kurse an den Aktienmärkten, kann er beispielsweise stärker in Anleihen investieren um Verluste zu mildern.

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