Inflation stark gestiegen

VERÖFFENTLICHT AM Montag, 26 Juli 2021

Im Mai lag die Inflationsrate (gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat) bei 2,5 Prozent. Im Vergleich zum April 2021 stiegen die Verbraucherpreise um 0,5 Prozent. Darum diskutieren Fachleute derzeit kontrovers, welche Ursachen und somit Folgen das für die Finanzmärkte haben könnte. Viele sind sich sicher, die aktuell hohe Inflation sei ein vorübergehendes Phänomen. Auch die europäischen Zentralbanker führen die starken Preissteigerungen auf eine Aneinanderreihung von Sonderfaktoren zurück. Wieso? Corona! Die meisten Experten bei Banken und Asset Managern teilen diese Einschätzung.

Vor allem die Energiepreise sind im Mai stark gestiegen. Beim Berechnen der Inflation werden in der Regel die jeweiligen Preise mit denen des Vorjahresmonats verglichen. Und 2020 war der Ölpreis wegen Corona extrem stark eingebrochen. Das lag daran, dass kaum noch etwas los war in der Wirtschaftswelt. Viele Unternehmen haben viel weniger Produkte hergestellt – und somit auch viel weniger Rohstoffe als Produktionsfaktor nachgefragt. Das hat unter anderem den Ölpreis gedrückt. Denn: Ist auf einem Markt die Nachfrage geringer als das Angebot, fällt der Preis für das angebotene Produkt, das kaum noch jemand haben will.

Inzwischen rattern weltweit die Maschinen wieder los, es wird produziert, gebaut, gewerkelt und gereist – der Ölpreis steigt. Rohöl kostet derzeit etwas mehr als 60 US-Dollar pro Fass – das sind 250 Prozent mehr als im April 2020! Im Januar 2020 – vor der Pandemie – waren es übrigens ebenfalls rund 60 US-Dollar.

Weil also der Unterschied so krass aber eben coronabedingt auch einmalig ist, glauben die meisten Fachleute nicht, dass sich dieser Trend längere Zeit fortsetzen wird. Zumindest dieses Jahr, möglicherweise aber bis ins Jahr 2022 hinein, dürften die Preise deutlich steigen, erwarten viele.

In Deutschland dürfte zudem die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 Prozent auf das Vor-Corona-Niveau von 19 Prozent kurzfristig zu einem weiteren Inflationsschub führen.

Solche einmaligen Preisveränderungen sind aber „eigentlich“ gar keine Inflation – denn Inflation ist ein Prozess wiederkehrender Preisanstiege. Wieso, und was Inflation eigentlich ist, haben wir hier für dich zusammengefasst (Link zum Inflations-Text). Deswegen solltest auch du als Investorin die derzeit diskutierten Preisschübe nicht überbewerten – auch wenn sie sich im Lauf des Jahres durch noch nicht gefüllte Angebotsengpässe einerseits und immer noch aufgestaute Nachfrage andererseits ergeben könnten. Selbst wenn sie die Inflation in Deutschland in der zweiten Jahreshälfte noch Richtung drei Prozent treiben könnten – im nächsten Jahr sollte sich dies wieder normalisieren.

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